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Bild von Entwicklern bei Google, die an einer Benutzeroberfläche für KI-Brillen arbeiten.
· AI Redaktion · 4 Min. Lesezeit
Google Jetpack Compose AI Brillen UI Design Technologie

Die Zukunft der UI: Googles Jetpack Compose Glimmer für KI-Brillen

Google stellt Jetpack Compose Glimmer vor – ein neues UI-Framework für die nächste Generation von KI-Brillen, das die Brillentechnologie revolutioniert.

Inhaltsverzeichnis
  1. 1. Die Herausforderungen von additiven Displays
  2. 2. Von Pixeln zu visuellen Winkeln
  3. 3. Typografie für Licht optimieren
  4. 4. Die additive Kontrastformel
  5. 5. Bewegung für menschliche Aufmerksamkeit gestalten
  6. 6. Fazit

Google hat sich entschieden, über den gewohnten rechteckigen Bildschirm hinauszudenken. Nach über einem Jahrzehnt intensiver Forschung und Entwicklung ist die Technologie nun soweit, um die User Experience für transparente Displays zu revolutionieren. Die neueste Innovation aus dem Hause Google ist Jetpack Compose Glimmer, ein speziell entwickeltes Designsystem, das auf die Bedienung von AI-Brillen ausgelegt ist. Dies stellt einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Entwickler Benutzeroberflächen gestalten, denn es geht nicht mehr nur um Pixel, sondern um die Kontrolle von Licht.

Die Herausforderungen von additiven Displays

Bisher waren die meisten Entwickler an LCD- oder OLED-Bildschirme gewöhnt. Im Gegensatz dazu verwenden AI-Brillen additive Displays, die Licht nur hinzufügen, aber keine echten Farbveränderungen durch schwarze oder dunkle Flächen ermöglichen.

Ein entscheidendes Prinzip hierbei ist, dass Schwarz im Kontext dieser Displays 100% transparent ist. Wenn man also den herkömmlichen Ansatz mit Material Design verwendet, bei dem helle Flächen mit dunklem Text kombiniert werden, führt das dazu, dass Licht in einer Weise abstrahiert wird, die unleserliche Texte zur Folge hat.

Um dem entgegenzuwirken, müssen Entwickler dunkle Flächen und hellen Inhalt nutzen. Schwarz fungiert hier als „sauberes Tablett“ für die Benutzeroberfläche und lässt digitale Elemente harmonisch mit der physischen Realität verbunden werden, ohne störende Blendungen zu erzeugen.

Von Pixeln zu visuellen Winkeln

Ein weiteres grundlegendes Konzept ist der Wechsel von der traditionellen pixelbasierten Messung hin zu visuellen Winkeln. Entwickler messen Benutzeroberflächen nun in Grad anstelle von Pixeln, was zu einer ganz neuen Perspektive führt. Die AI-Brillen projizieren ihre Inhalte in einem wahrgenommenen Abstand von etwa 1 Meter, was bedeutet, dass der Nutzer aktiv seinen Fokus zwischen Hintergrund und Benutzeroberfläche verschieben muss.

Um sicherzustellen, dass Texte lesbar bleiben, wurde eine Mindestgröße von 0,6 Grad für den Text festgelegt. Diese Anpassung sorgt dafür, dass die Benutzeroberfläche in verschiedenen Umgebungen problemlos erkannt werden kann.

Typografie für Licht optimieren

Standardfonts sind für transparente Linsen oft ungeeignet. Um dieses Problem zu lösen, wurde Google Sans Flex modifiziert. Diese Anpassungen umfassen unter anderem:

  • Vergrößerte Zähler: Die inneren Öffnungen der Buchstaben wie ‘a’ und ‘e’ sind größer, um eine Unschärfe zu vermeiden.
  • Modifizierte Punkte: Die Punkte auf ‘i’ und ‘j’ sind von ihrem Hauptkörper weiter entfernt.
  • Variable Buchstaben-Abstände: Der Abstand zwischen den Buchstaben wird automatisch optimiert, um die Lesbarkeit bei flüchtigem Blick zu maximieren.

Die additive Kontrastformel

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Designs sind die Kontrastwerte. Die Teams von Google verwenden eine spezifische Formel zur Berechnung der Sichtbarkeit, die als additives Kontrastverhältnis bekannt ist: (Umgebungshelligkeit + Displayhelligkeit) / Display-Helligkeit.

In der echten Welt verhalten sich Farben oft unterschiedlich. Sättigungsgrade beeinflussen die Sichtbarkeit, insbesondere gegen einen hellen Hintergrund. Glimmer nutzt daher eine neutrale, entsättigte Farbpalette als Standard, um sicherzustellen, dass die Benutzeroberfläche stabil und sichtbar bleibt, egal wo sie sich befindet.

Bewegung für menschliche Aufmerksamkeit gestalten

Auf einem Heads-Up-Display können Bewegungen eine erhebliche Ablenkung darstellen. Während in der mobilen Entwicklung eine Benachrichtigung innerhalb von 500 Millisekunden eingeblendet wird, ist dies bei AI-Brillen zu schnell. Solche abrupten Bewegungen können die Nutzer erschrecken.

Glimmer verwendet daher eine langsame, gezielte Übergangszeit von 2 Sekunden für die Animationen von Benachrichtigungen. Dies ermöglicht es der Benachrichtigung, sanft in das Sichtfeld des Nutzers einzutreten und Aufmerksamkeit einzuladen, anstatt sie einzufordern.

Diese ausgewogene Methodik sorgt auch dafür, dass direkte, vom Nutzer ausgelöste Aktionen, wie Sprachbefehle oder Gesten, sofortige Rückmeldungen erhalten, um sicherzustellen, dass die Benutzer schnell eine Bestätigung für ihre Eingaben erhalten.

Fazit

Die Einführung von Jetpack Compose Glimmer ist ein bedeutender Schritt in der Entwicklung von Benutzerschnittstellen für die nächsten Generationen von AI-Brillen. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Schwarz ist Transparenz und kein Farbton: Entwickler müssen dunkle Oberflächen verwenden, um Lesbarkeit zu gewährleisten und Glaring zu vermeiden.
  • Visuelle Winkel anstelle von Pixeln: Die Messung in Grad bietet eine neue Herangehensweise an die Benutzeroberfläche, die den menschlichen Blickwinkel berücksichtigt.
  • Additives Kontrastverhältnis: Umgebungshelligkeit und Displayhelligkeit müssen zusammen analysiert werden, um die Sichtbarkeit der Farben zu gewährleisten.
  • Optimierung von Typografie: Durch technische Anpassungen der Schriftarten wird verhindert, dass Buchstaben verschwommen erscheinen.
  • Bewegungszeit anpassen: Langsame Übergänge sind entscheidend, um einen positiven ersten Eindruck bei den Nutzern zu hinterlassen.

Der Paradigmenwechsel hin zu Glimmer könnte den Weg für zukünftige Entwicklungen in der Benutzeroberflächentechnologie ebnen und eine harmonischere Interaktion zwischen digitalen und realen Inhalten schaffen.